Auch dem Honigglas tut Vielfalt gut

Ich oute mich hier jetzt mal als totaler Produktdesign-Fan. Die Gestaltung von Produkten mit ihren optischen und textlichen Tricks & Kniffen fasziniert mich ehemaligen Werber so sehr, dass einer meiner ersten Wege in fremden Ländern immer der in in den örtlichen Supermarkt ist, um dort (zum Leidwesen der Mitreisenden) lange unbekannte Produkte zu entdecken oder die Unterschiede zu den bei uns erhältlichen zu vergleichen.

Honig-Regal
Während meines letzten Wochenendeinkaufs (leider nicht in einem fernen, warmen Land), habe ich bewusst auf die Gestaltung der Honigglas-Etiketten geachtet. Abgesehen von der beeindruckenden Auswahl an speziellen Sorten, Herkunftsländern und „Crossover“-Mischungen, fiel mein Augenmerk auf die verschiedenen optischen Anmutungen.

Allen gemeinsam ist der Bezug zur Natur, sei es über die Abbildung von Sammelbienen, geflochtenen Bienenkörben oder stilisierten Blumenwiesen. Im Text wird über „reine Naturqualität“, „kalt geschleuderte Extraklasse“ und „unverfälschter Genuss“ schwadroniert. Zwischen den konventionellen Honigen und den Bio-Produkten ist der deutlichste Unterschied zu erkennen. Während die einen durch goldfarbige Bedruckungen und geprägte Etiketten ihren Premiumanspruch sogar haptisch hervorheben, setzen „die Ökos“ auf optische Reduktion, oft jedoch gepaart mit textlicher Überfrachtung.
Erstaunt hat mich die Übermacht an Gläsern gegenüber der ach so praktischen Sqeeze-Flasche.

Letztlich werde ich jedoch den Eindruck nicht los, dass die Hersteller den Kunden hinsichtlich Herkunft und Honigqualität absichtlich im Ungewissen lassen möchte. Selbst bei den BioHonigen erfährt man nur grob, aus welchem Land bzw. Ländern das Produkt stammt. Damit liegt die Vermutung einer Mischqualität (blended quality) nahe und es ist ein offenes Geheimnis, dass gerade große Importeure alle Register ziehen, um möglichst billige Ware unter die gesetzlichen Grenzwerte zu mischen. Wenigstens herrschen bei uns noch keine amerikanischen Zustände, denn von dort sind Fälle bekannt, in denen Honig mit billigen Cornsirup gestreckt wurden.

Aber zurück zum Layot von Gläsern und Etiketten:
Wenn Ihr schöne, ausgefallene, eigene, fremdartige, mißratene Beispiele habt, dann schickt mir bitte ein Foto davon an mail@stadtimker.de und schreibt kurz dazu, was das Besondere an dem Glas/Etikett ist. Ich erstelle dann aus allen Einsendungen eine kleine Übersicht.

Und wenn ihr inhaltsleere Floskeln auf den Gläsern oder Drückflaschen finden, dann schreibt sie bitte als Kommentar unter diesen Artikel …

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