Bienenschwarm / Wildbienen / Wespen – unsere Hotlines für München

Liebe Münchner*innen,

Möglicherweise hat Sie ein umherfliegendes Insekt auf diese Seite klicken lassen, vielleicht auch eine ganze Horde.

Hier sind Sie richtig!

Wir Stadtimker möchten Sie dabei unterstützen, Bienen, Wespen und verwandte Insekten am Leben zu erhalten, sinnvoll mit den Tieren umzugehen und eine gute Lösung für Ihr Anliegen zu finden. Wie auch im letzten Jahr (Bericht 2018) finden Sie hier wertvolle Informationen und Telefonnummern.

Bevor Sie zum Telefon greifen, lesen Sie bitte die folgenden Hinweise.

Wenn Sie eine frei hängende Schwarmtraube gefunden haben, handelt es sich sicher um Honigbienen. Nur diese bilden die typischen Schwärme. Interessierte finden bei uns eine kleine Einleitung zum Schwarmverhalten oder weitere Infos bei wikipedia.

Hier kommen Sie zu den Schwarmfang-Telefonnummern, wenn Sie sich ganz sicher sind eine frei hängende Schwarmtraube gesichtet zu haben.

Um Sie in allen anderen Fällen beraten und Ihnen weiterhelfen zu können, ist es wichtig herauszufinden, um welche Insekten es sich handelt. Sind es Bienen oder Wespen? Sind es Honigbienen oder Wildbienen?

Um welches Insekt handelt es sich – Wie geht man am besten vor?

Eine ruhig sitzende oder krabbelnde einzelne Biene oder Wespe kann man gut beobachten und nach Möglichkeit auch fotografieren. Bei herumfliegenden Insekten ist es für ungeübte Beobachter schwerer zu erkennen, um was für ein Tier es sich handelt.

Unser Tipp: Halten Sie vorsichtig auf dem Boden im Umkreis von ein bis zwei Metern um den Nesteingang herum Ausschau nach einem toten Exemplar! Entweder mit einem Fernglas oder aber mit langsamen und ruhigen Bewegungen um das Nest herum agieren. Mit dem Fernglas kann auch der Nesteingang beobachtet werden, wo die Insekten zur Landung langsamer werden.
Meist geht es um die Frage: Sind es Bienen oder Wespen. Auf den folgenden Bildern kann man die Unterschiede zwischen Bienen und Wespen recht gut erkennen. Dabei kommt es weniger auf die Größe an. Es gibt große und kleine Wespen und es gibt große und kleine Bienen. Farbe und Gestalt sind wichtiger.

Honigbienen
Honigbiene
Wespe
Wespe

 

 

 

 

 

Honigbienen sind braun bis schwarz, teilweise mit orangen Bändern um den Hinterleib. Meist haben sie einen pelzigen Oberkörper. – hier geht es weiter bei Honigbienen

Wespen sind signalgelb mit schwarzen Mustern. Sie haben einen glatten Oberkörper und keine erkennbare Behaarung. – hier geht es weiter bei Wespen

Wildbienen gibt es viele verschiedene, Aussehen und Größe sind daher nicht einheitlich (Verschiedene Bilder und Beschreibungen von Wildbienenarten finden Sie hier). Da die meisten als Einzelgänger leben, ist die Unter­scheidung gelegentlich anhand der Anzahl der Insekten am Nest möglich. Hummeln zählen auch zu den Wildbienen und sind aufgrund ihrer Behaa­rung und Körperform oft gut zu erkennen . – hier geht es weiter bei Wildbienen

Neben Form und Gestalt hilft bei der Unterscheidung:

  • Honigbienen ziehen als Schwarm in eine neue Behausung ein. In einer belebten Stadt geschieht das oft nicht ohne Beobachter. Mehrere tausend Honigbienen sammeln sich dann an einem Ort um in die neue Nisthöhle einzuziehen. Im weiteren Verlauf sind dann am Eingang regelmäßig zahlreiche ein- und ausfliegende Bienen zu sehen. – hier geht es weiter bei Honigbienen
  • Bei den Wespen hingegen zieht im Frühjahr nur eine Königin ein und fängt dann alleine an das Nest zu bauen und Nachkommen großzuziehen. Ein solches Nest bleibt oftmals wochenlang unbemerkt, da es sich langsam entwickelt. – hier geht es weiter bei Wespen
  • Auch Wildbienen beziehen ihre Nisthöhle im Frühjahr als Einzelgänger (ganz unter­schiedliche Formen). – hier geht es weiter bei Wildbienen

Wie geht es nun weiter?

Ihre Entscheidung fällt auf Honigbiene

Handelt es sich um einen frei hängenden Schwarm – Hier finden Sie Telefonnummern von Stadtimkern, die Bienen retten und Schwärme einsammeln möchten.

Sind die Bienen bereits in eine Höhle eingezogen oder gerade dabei einzuziehen? – Hier finden Sie Telefonnummern von Stadtimkern, die Bienen und verwandte Tiere beobachten und Sie beraten möchten.

Ihre Entscheidung fällt auf Wespe

Wespen spielen eine wichtige Rolle im komplexen Zusammenspiel der Natur und sind daher auf jeden Fall schützenswert. Uns ist daran gelegen die Wespen und deren Nester zu erhalten. Wir entfernen daher keine Nester, töten diese Tiere nicht und geben auch keinerlei Ratschläge diesbezüglich. Je nach Situation können wir allerdings mit verschiedenen Hinweisen (eigene Verhaltensweise, Insektengitter, Umlenkung von Ein- und Ausflug und weitere Tipps) unterstützen.

Sonderfall Hornissen – diese sind gesetzlich besonders geschützt. Nester und Insekten dürfen nicht gestört oder entfernt werden. Am Besten kontaktiert man die Münchner Feuerwache 6 in Pasing. Von Fall zu Fall wird dann entschieden und entsprechende Maßnahmen werden vor­genommen (z.B. Absperrmaßnahmen, Umsiedlung). Sie können auch versuchen einen Kammer­jäger zu kontaktieren. Alle uns bekannten Kammerjäger sind mit den gesetzlichen Regelungen vertraut und handeln entsprechend.

Wespe ist nicht gleich Wespe.

Die wichtigsten Merkmale:

  • Nur zwei Wespenarten besuchen uns am Tisch und ärgern uns damit. Die anderen ernähren sich ausschließlich von Insekten und haben damit eine wichtige Funktion in der Natur.
  • Es gibt kurzlebige (bis ca. August) und langlebige (bis ca. Oktober) Wespenarten. Die Nester der kurzlebigen Wespen sind also schon wieder leer wenn der Sommer richtig beginnt.
  • Manche Nester werden nur so groß wie ein Tennisball (Feldwespen), andere kommen gut auf Medizinballgröße.
  • Manche Wespenarten bauen Nester immer in dunklen Höhlen, andere offen hängende Nester. Letztere sind die harmloseren, aber leider fast immer die Leidtragenden, da deren Nester früher bemerkt und oft entfernt werden.

Stellen Sie sich vor einem Anruf bitte folgende Fragen und unterstützen Sie uns dabei, Ihnen schnell weiterhelfen zu können:

  • Wie viele Insekten sind innerhalb von 10 Sekunden am Flugloch zu sehen (1, ca. 10, über 20)?
  • Fliegen alle Insekten in das gleiche Loch oder in verschiedene?
  • Wenn ein Nest zu sehen ist, welche Größe (Tennisball/Fußball), Form und Farbe?
  • Wo befindet sich das Nest vermutlich (Rolladenkasten, Dachbalken, Boden, Hecke usw.)?


Weitere Informationen und Kontakte bei der Stadt München und der Feuerwehr finden Sie hier:

Je nach Situation und Wespenart kann ein ausgebildeter Wespen- und Hornis­senfachberater Sie zu möglichen Maßnahmen beraten: Sebastian R. 0157 74 72 30 27
Auch die Untere Naturschutzbehörde der Stadt München kann Ihnen mit Beratung behilflich sein.

Ihre Entscheidung fällt auf Wildbiene

Alle Wildbienen sind gesetzlich besonders geschützt. Nester und Insekten dürfen weder gestört noch entfernt werden.

Wir setzen uns dafür ein, Wildbienen immer zu belassen. Sie sind eine ungefährliche Möglichkeit zur Naturbeobachtung für Groß und Klein. Jeder Mensch wird in seinem Leben auf verschiedenste Insekten stoßen. Ein möglichst früher und nicht von Angst geprägter Kontakt hilft Kindern später beim Umgang mit diesen wertvollen Insekten. Wildbienen sind sehr friedfertig, da sie keine Vorräte zu verteidigen haben. Viele Wildbienen haben einen derart zarten Stachel, dass sie nicht mal in die Haut des Menschen stechen können.

Eine Wildbienenberatung bieten wir leider in 2019 nicht mehr an. Unsere Spezialisten hatten fast nur die Anrufe der Art „Kammerjäger gegen Wespen gesucht“.

Das Schwarmtelefon der Stadtimker

Wir versuchen einen Stadtimker zu finden, der den Bienenschwarm fängt und sich um ein neues Zuhause kümmert. Falls das nicht möglich ist, werden wir Ihnen zeitnah Rückmeldung geben und mit Ihnen weiteres Vorgehen durchsprechen.

Folgende Informationen benötigen wir von Ihnen, um schnell mit der richtigen Ausrüstung und geeigneten Hilfsmitteln ausrücken zu können:

  • Ansprechpartner, Vorwahl und Telefonnummer
  • Adresse und kurze Beschreibung der Lokation
  • Ist der Bienenschwarm öffentlich zugänglich?
  • Wann wurde der Schwarm gesichtet (vor 2 oder 12 Stunden, gestern)?
  • Angabe von Ort und Höhe (z.B. am Baum in ca. 6 Meter Höhe, an einem Gebäude, folgendermaßen erreichbar, …)
  • Wurden bereits andere Stellen oder die Feuerwehr informiert?

Bitte vor dem Anruf die Bilder und Informationen anschauen, um zu entscheiden, ob es sich tatsächlich um einen Bienenschwarm handelt. Falls es um das Thema Wespen geht, finden Sie weiter oben Kontaktinformationen bei der Stadt München und der Feuerwehr.


München Nord
Martin V. 0179 66 43 54 3
München Ost
Roland P. 0171-35 34 33 2

München Süd
Sebastian R. 0157 74 72 30 27
Andreas B. 0179 49 28 13 5 (Mo – Fr)
München West
Carmen G. 0152-34 12 11 10
Daniel S. 0157 57 40 00 33

­Bienenbeobachtung / Beespotting der Stadtimker

Wir wollen auf sich gestellte Bienenvölker beobachten und dokumentieren, die ohne Hilfe des Menschen überleben müssen. Zum Beispiel, wenn sie sich ein unzugängliches zuhause gesucht haben. Hierzu gibt es nun auch eine eigen Webseite – genannt BEEtrees – auf der Sie auch selbstständig Beobachtungen melden können! Aber rufen Sie uns gerne auch an, wenn Sie in dieser Hinsicht Beratung bzw. Unterstützung benötigen.

Sebastian R. 0157 74 72 30 27

Vom Schwärmen :: Bienen unterwegs

Auf geht´s zum Endspurt, denn Mai und Juni sind typische Schwarmmonate für Bienen, bis ab der Sommersonnwende am 21.06. der Sonnenstand und damit der Schwarmtrieb wieder sinkt (siehe Stadtimker-Beitrag „Klima + Biene = Klimabiene“ von Raimund Henneken) – in diesem Video zeigen schweizer Feuerwehrleute, wie sie schwärmende Bienenkolonien einsammeln:


(Film: Julie Hunt, swissinfo.ch)

Schwarm entdeckt?

Kontakt :: Projekt KlimabieneWenn ihr in einem Baum, Gebüsch oder Gebäude eine schwärmende Bienentraube entdeckt, meldet dies bitte auch hier beim Projekt Klimabiene.

Zum Beispiel direkt unterwegs per SMS an +49 177 1784303 (keine Sondernummer, die normale SMS-Gebühr fällt an) mit folgendem Textformat:

bee: Straße Hausnummer, PLZ Ort, Datum
Als Beispiel:
bee: Musterstraße 2, 56746 Musterstadt, 25.05.2011

(Die einzelnen Informationen müssen durch Komma getrennt sein, damit die Datenbank die Meldung korrekt erfassen kann.)

Oder am Computer mit dem Schwarmbörse Meldeformular .

Klima + Biene = Klimabiene

Einige Tausend Bienen hängen zusammengekettet in einer bartähnlichen Schwarmtraube und harren ihrem Schicksal. Die Verantwortung liegt auf den Flügeln der Orientierungsbienen, die eine neue Behausung und damit eine neue Lebensgrundlage für das gesamte Volk suchen…

Schwarm im Frühling
Schwarm im Frühling

Warum die Honigbiene schwärmt ist allseits bekannt, aber wir wissen nicht mit Sicherheit, wann sich ein Volk zur Vermehrung teilen wird. Vielleicht ist gerade deswegen der Moment des Schwärmens so faszinierend.

Der Schwarmflug ist der Höhepunkt einer wochenlangen Entwicklung des Bienenvolkes nach der Winterruhe. Diese Entwicklung ist wird von vielen Faktoren bestimmt: Verfügbarkeit von Nahrungsquellen, die Bedingungen, um die Brut in der Behausung auf 35 °C zu temperieren, das Alter der Königin, Behausungsgröße und Gesundheitszustand. Nicht zuletzt spielen das Mikroklima und die Witterungsbedingungen im Frühjahr eine wichtige Rolle für den Schwarmtrieb.

Im kürzlich gegründeten Projekt Klimabiene steht die zeitliche Verteilung von Schwarmereignissen im Mittelpunkt des Interesses. Im Kooperation mit Forschern vom Fachgebiet für Ökoklimatologie der TU München soll der Schwarmflug der Honigbiene mit meteorologischen und vegetationsökologischen Daten in Beziehung gesetzt werden.

Das Projekt führt eine amerikanische Forschungsarbeit vom renommierten Bienenforscher Prof. Thomas Seeley fort, der in den 1970er Jahren bereits Schwarmdaten über mehrere Jahre sammelte. Über 35 Jahre später nutzt das Projekt Klimabiene hingegen moderne Technik und Medien zur Datenerhebung, die damals für die Wissenschaft noch nicht verfügbar waren. Damit erhofft sich Projektleiter Raimund Henneken eine deutlich höhere Stichprobenzahl, also Schwarmmeldungen, zu erhalten, um die Analyse der Schwarmdaten unter heutigen wissenschaftlichen Standard durchführen zu können.

Die Eingabe von Schwärmen erfolgt über ein Online-Formular auf der Seite der Schwarmbörse von Mellifera e.V., die Kooperationspartner des Projekts Klimabiene ist. Einerseits nutzt die Schwarmforschung die Daten der Schwarmbörse, andererseits können aber auch Schwärme ohne Vermittlungswunsch gemeldet werden.

Macht mit und unterstützt das Projekt Klimabiene und lasst eure Bienen für die Wissenschaft schwärmen! Auch Schwärme von vergangenen Jahren sind von Interesse und können ebenfalls gemeldet werden!

Alle weiteren Informationen erhaltet ihr unter: www.klimabiene.de.

Logo KlimabieneTipp: Falls ihr euch vor oder nach der Schwarmsaison an die Eingabe von Schwarmdaten erinnern lassen wollt, bestellt einfach den Klimabiene-Newsletter!

Text: Raimund Henneken
Bild:
Chris Rudge – flickr.com