Unterschreiben, bis 1. Mai, ePetition Bundestag zur Risikoprüfung von Pestiziden

In der Vergangenheit wurden in der EU immer wieder Pestizide zugelassen, deren Wirkung sich dann im Nachhinein als fatal für unsere Hautflügler herausgestellt hat. Eigentlich sollte es doch anders rum sein – Wirkstoffe, die so massiv in unsere Ökosystem eingreifen, sollten im Vorfeld besser auf ihre Schädlichkeit hin geprüft werden.

Bitte unterstützt den Imkermeister Thomas Radetzki mit seiner Petition und zeichnet bis 1. Mai !

Schwarmgeschehen in München 2018 – Zahlen und Fakten

1. Hintergrund

Jedes Jahr zwischen Ende April, Anfang Mai beginnt die Schwarmzeit hier in Deutschland. Je nach Ort und Witterungsbedinungen verschiebt sich dieser Zeitpunkt etwas. Honigbienen, die den Winter trotz Kälte überstanden haben, sind seit der Wintersonnwende mit dem stetigen Aufbau ihres Volkes beschäftigt und wachsen daher stark. Die Wintereserven (eigener Honig oder gefütterter Zucker) müssen also besonders im Frühjahr noch ausreichend vorhanden sein um nicht kurz vor Frühlingsbeginn doch noch auszugehen. Die Königin legt zunehmend mehr Eier und die heranwachsenden Larven werden mit dem eiweißhaltigen Pollen etwa von Weide, Krokussen, Löwenzahn und schließlich der Obstblüte gefüttert, wachsen heran und schlüpfen schon bald täglich zu hunderten.

Dann werden einige der Nachkommen mit einem speziellen Saft dem sog. Gelée Royal gefüttert. Es enthält bestimmte Stoffe, die bewirken, dass keine Arbeiterinnen, sondern größere, langlebigere und fruchtbare Königinnen heranwachsen. Kurz bevor diese schlüpfen, kommt der Tag, an dem ein Teil des Volkes sich entscheidet, mit der alten Königin das Muttervolk zu verlassen, um eine neue Kolonie an einem anderen Ort zu begründen. Die Schwarmzeit beginnt! Unmittelbar nach dem Auszug versammelt sich der Schwarm in der Nähe des Muttervolkes in einem Baum oder an einem Gebäude um von hier aus nach einem neuen Zuhause zu suchen. Ein Prozess der Stunden bis Tage dauern kann. Das ist die Gelegenheit sich den Schwarm einzufangen und, wenn man sich auskennt, mit ihm zu imkern.

Wie schon die Jahre zuvor wurde 2018 über die Stadtimker-Webseite eine Bienenschwarm-Hotline angeboten. Bürger*innen die einen Bienenschwarm entdecken, konnten sich (nach einer ersten Beratung durch Infotexte auf der Webseite) telefonisch an das Stadtimker-Kollektiv wenden. Die Telefonnummern waren von 22. April bis Mitte September 2018 online gestellt. Auf der Webseite fanden sich zuerst Informationen zur Unterscheidung von Honigbienen, Wildbienen und Wespen, da diese immer wieder gerne verwechselt werden, und im Weiteren vertiefende Hinweise zu den jeweiligen Arten, ihrem Verhalten und Schutzstatus. Gemeldete Honigbienenschwärme wurden, soweit möglich, eingefangen und behalten oder innerhalb des Kollektivs nach Bedarf verteilt.

Die Anrufe wurden systematisch in einer Datenbank erfasst, um diese später statistisch auswerten zu können. Auch Anrufe aus Leipzig, Berlin oder anderen weiter entfernten Orten gingen bei uns ein, flossen aber nicht in die Auswertung mit ein. Insgesamt wurden 48 Anrufe in der Datenbank erfasst, aus denen sich einige interessante Schlüsse ziehen lassen.

Doch bevor wir zu den teils überraschenden Ergebnissen kommen, soll noch etwas zum Schwärmen in der Imkerei erwähnt sein. Der Schwarmtrieb wird in der klassischen Imkerei nicht gerne gesehen. Das hat verschiedenen durchaus nachvollziehbare Gründe. Die Imker*innen haben häufig wertvolle Zuchtköniginnen in ihren Völkern die sie nicht verlieren möchten. Und wenn viele tausend Arbeiter*innen auf einen Schlag sozusagen „unkontrolliert“ das Volk verlassen, dann fehlen sie als Arbeitskräfte und die Honigernte fällt geringer aus. Daher unternehmen die Imker*innen Maßnahmen um das Schwärmen zu verhindern. Eine schonende Art ist, die Vergrößerung ihrer Behausung, so dass der „Bevölkerungsdruck“ nicht so hoch ist. Es werden jedoch auch die heranwachsenden Königinnen(zellen) herausgenommen, und ohne diese würde die alte Königin nie ihr Volk verlassen. Heute nur noch vereinzelt findet man auch Imker*innen, die der alten Königin zudem die Flügel abschneiden, damit diese nicht wegfliegen kann. Zunehmend wird jedoch deutlich, dass das Schwärmen viele gesundheitsfördende Aspekte hat. Die geschlüpfte Königin, die sich gegen ihre jungen Schwestern durchsetzt (es schlüpfen mehrere zu dieser Zeit in jedem Volk) braucht noch einige Zeit, bis sie selbst Nachkommen zeugen kann. Dadurch entsteht eine sogenannte Brutpause, die Krankheiten, welche auf Brut angewiesen sind (etwa die Varroamilbe), etwas in Schach halten. Immer mehr Imker*innen lassen den Schwarmtrieb also gezielt zu und nehmen kurz vor dessen Auszug die alte Königin mit einem Teil des Volkes heraus, oder warten, bis er auszieht, um ihn dann selbst wieder einzufangen. So vermehren sie jährlich im Rhythmus des bieneneigenen Schwarmtriebs ihre Völker oder gleichen Winterverluste aus.

2. Ergebnisse


Im nebenstehenden Diagramm lässt sich deutlich die Schwarmsaison mit einem Höhepunkt im Mai und Anfang Juni erkennen und, dass mit abnehmenden Schwärmen zunehmend Wespenvölker die Aufmerksamkeit der Münchner*innen erregten. Also auch zu Wespen gab es 2018 einen erhöhten Bedarf an Beratung. Von den 48 Anrufen, waren nur 28 tatsächlich auf Bienenschwärme zurückzuführen. 20 Anrufe bezogen sich auf Wespen, die entweder für Bienen gehalten wurden oder in seltenen Fällen bereits als Wespen erkannt worden waren. Die Karte zeigt: Die Anrufe kamen aus ganz München und teilweise auch aus Vororten, wobei nur bei 13 Wespenanrufen Koordinaten erfasst werden konnten (unserer Schätzung nach, waren es etwa doppelt so viele).

In einigen Überarbeitungsrunden versuchten wir die Webseite so umzugestalten, dass die Leute den Unterschied leichter selbst feststellen konnten. Bilder mit den Bestimmungsmerkmalen und ein fettgedruckter Hinweis, dass diese vor einem Anruf genau studiert werden sollten, waren sicher hilfreich (Link). Aber dennoch kamen sehr unterschiedliche Anrufe rein. Bezog sich der Anruf klar nicht auf eine Schwarmtraube, sondern auf ein vermeintlich irgendwo eingezogenes Volk, gingen wir dazu über, von den Anrufenden Fotos zur Bestimmung anzufordern. Dadurch bekamen wir nicht nur interessante und teils auch lustige Bilder, in der Regel von Wespen, sondern stellten fest, dass das Fotografieren der Tiere die Anrufenden zu einer genaueren Beobachtung zu motivieren scheint. Bis auf wenige Ausnahmen erkennten die Anrufenden dann schon selbst, dass es sich wohl doch um Wespen und nicht um Bienen handelt. Zudem entwickelten einige Menschen auch eine gewisse Sympathie für die Wespen. Wir berieten die Anrufenden auch zu Wespen so gut es ging und verwiesen sie auf die weiterführenden Informationen unserer Webseite. Seltene und bedrohte Wespenarten wurden je nach Situation auch ehrenamtlich umgesiedelt. Eine solche Umsiedlung ist hier dokumentiert. Da im September nur noch Anrufe von verzweifelten Menschen mit übergroßen Wespennestern eingingen (Umsiedlung und sinnvolle Beratung fast unmöglich), wurden die Telefonnummern wieder von der Webseite genommen und nur die Informationen belassen. Selbstverständlich sind sie jetzt aktuell wieder auf der Webseite, da die Schwarmsaison 2019 bereits im Gange ist.


Auch wenn unsere Imker*innen immer wieder fleißig ausrückten, mit ihren Schwarmfangkisten, Leitern und teils mit Unterstützung der Feuerwehr: Von den 28 gemeldeten Schwärmen konnten nicht alle eingefangen werden. Wie im Diagramm zum Status der Schwärme deutlich wird, waren 10 der gemeldeten Schwärme bereits in Hohlräume in Gebäudestrukturen oder Bäumen eingezogen. Wir versuchten in diesen Fällen Überzeugungsarbeit zu leisten, dass die Völker für niemanden und auch die Gebäude selbst keine Bedrohung darstellten und wild bzw. unbetreut lebende Honigbienenvölker aktuell eine große wissenschaftliche Bedeutung haben, bei deren Erforschung die Anrufenden selbst mitwirken können. Hierfür wiesen wir sie auf unser Citizen Science Projekt BEEtree-Monitor hin, bei dem regelmäßige Beobachtungen wild lebender Völker in einem Online-Portal eingegeben und so wissenschaftlich ausgewertet werden können.

Auch von den übrigen 18 Schwärmen konnten 6 nicht eingefangen werden und zogen weiter. Auch diese 6 Völker zogen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit in hohle Bäume oder Gebäudestrukturen ein. Über die Hälfte (57,14%) der gemeldeten Schwärme zog folglich wild in einen Hohlraum, um ab diesem Zeitpunkt ihr Volk ohne die unterstützenden Zuckerfütterungen und Varroamedikamente, aber auch ohne Störungen wie Schwarmverhinderung und andere imkerliche Kontrollen, Honigentnahme und die Steuerung der Nestarchitektur durch Rähmchen und Mittelwände, ganz eigenständig aufzubauen. Wir beobachten alle uns bekannten wild lebenden Völker in München weiter und arbeiten für Untersuchungen an diesen Völkern (Probenanalysen zum Gesundheitszustand) mit der Uni Würzburg und dem Tiergesundheitsdienst Bayern e.V. zusammen.

Auch wenn wir nur eine überschaubare Datenmenge haben, die Statistik zum Status lässt vermuten, dass es viele wild lebende Völker in München geben muss. Und sie legt den Gedanken nahe, dass möglicherweise manche der Schwärme gar nicht von beimkerten Völkern, sondern eben von jenen wild lebenden stammen. Hier fehlen jedoch aktuell noch Daten, v.a. zu den Überlebenschancen solcher Völker in München, die schließlich ganz anderen Bedingungen ausgesetzt sind als bei imkerlicher Haltung.

3. Ausblick

Aktuell ist das Schwarmtelefon wieder geschalten. Zum einen kommen Stadtimker*innen so zu neuen Völkern und das Einfangen von Schwärmen ist v.a. für Neulinge eine wichtige Erfahrung, da sie ein Volk „von Geburt an“ begleiten können. Auch die Aufklärungsarbeit über das Telefon oder vor Ort erweist sich als hilfreich um Bürger*innen die Angst vor Bienen im urbanen Umfeld zu nehmen, sowie die Unterschiede, den Schutzstatus und die Bedeutung von anderen Hautflüglern für das städtische Ökosystem deutlich zu machen. Wir erhoffen uns auch eine weiter steigende Datenmenge um statistisch noch validere Aussagen treffen zu können.

Durch Zusammenführen der Ergebnisse aus dem Schwarmtelefon mit denen aus dem BEEtree-Monitor möchten wir 2019 zudem mehr über das Überleben der wild lebenden Völker herausfinden.

Ihr alle könnt also mithelfen, indem ihr diese Informationen mit anderen teilt, in der bald beginnenden Schwarmzeit aufmerksam seid und uns Bienenschärme meldet (auf https://schwarm.beetrees.org).

April 2019, von Felix Remter und Sebastian Roth

Bienenschwarm / Wildbienen / Wespen – unsere Hotlines für München

Liebe Münchner*innen,

Möglicherweise hat Sie ein umherfliegendes Insekt auf diese Seite klicken lassen, vielleicht auch eine ganze Horde.

Hier sind Sie richtig!

Wir Stadtimker möchten Sie dabei unterstützen, Bienen, Wespen und verwandte Insekten am Leben zu erhalten, sinnvoll mit den Tieren umzugehen und eine gute Lösung für Ihr Anliegen zu finden. Wie auch im letzten Jahr (Bericht 2018) finden Sie hier wertvolle Informationen und Telefonnummern.

Bevor Sie zum Telefon greifen, lesen Sie bitte die folgenden Hinweise.

Wenn Sie eine frei hängende Schwarmtraube gefunden haben, handelt es sich sicher um Honigbienen. Nur diese bilden die typischen Schwärme. Interessierte finden bei uns eine kleine Einleitung zum Schwarmverhalten oder weitere Infos bei wikipedia.

Hier kommen Sie zu den Schwarmfang-Telefonnummern, wenn Sie sich ganz sicher sind eine frei hängende Schwarmtraube gesichtet zu haben.

Um Sie in allen anderen Fällen beraten und Ihnen weiterhelfen zu können, ist es wichtig herauszufinden, um welche Insekten es sich handelt. Sind es Bienen oder Wespen? Sind es Honigbienen oder Wildbienen?

Um welches Insekt handelt es sich – Wie geht man am besten vor?

Eine ruhig sitzende oder krabbelnde einzelne Biene oder Wespe kann man gut beobachten und nach Möglichkeit auch fotografieren. Bei herumfliegenden Insekten ist es für ungeübte Beobachter schwerer zu erkennen, um was für ein Tier es sich handelt.

Unser Tipp: Halten Sie vorsichtig auf dem Boden im Umkreis von ein bis zwei Metern um den Nesteingang herum Ausschau nach einem toten Exemplar! Entweder mit einem Fernglas oder aber mit langsamen und ruhigen Bewegungen um das Nest herum agieren. Mit dem Fernglas kann auch der Nesteingang beobachtet werden, wo die Insekten zur Landung langsamer werden.
Meist geht es um die Frage: Sind es Bienen oder Wespen. Auf den folgenden Bildern kann man die Unterschiede zwischen Bienen und Wespen recht gut erkennen. Dabei kommt es weniger auf die Größe an. Es gibt große und kleine Wespen und es gibt große und kleine Bienen. Farbe und Gestalt sind wichtiger.

Honigbienen
Honigbiene
Wespe
Wespe

 

 

 

 

 

Honigbienen sind braun bis schwarz, teilweise mit orangen Bändern um den Hinterleib. Meist haben sie einen pelzigen Oberkörper. – hier geht es weiter bei Honigbienen

Wespen sind signalgelb mit schwarzen Mustern. Sie haben einen glatten Oberkörper und keine erkennbare Behaarung. – hier geht es weiter bei Wespen

Wildbienen gibt es viele verschiedene, Aussehen und Größe sind daher nicht einheitlich (Verschiedene Bilder und Beschreibungen von Wildbienenarten finden Sie hier). Da die meisten als Einzelgänger leben, ist die Unter­scheidung gelegentlich anhand der Anzahl der Insekten am Nest möglich. Hummeln zählen auch zu den Wildbienen und sind aufgrund ihrer Behaa­rung und Körperform oft gut zu erkennen . – hier geht es weiter bei Wildbienen

Neben Form und Gestalt hilft bei der Unterscheidung:

  • Honigbienen ziehen als Schwarm in eine neue Behausung ein. In einer belebten Stadt geschieht das oft nicht ohne Beobachter. Mehrere tausend Honigbienen sammeln sich dann an einem Ort um in die neue Nisthöhle einzuziehen. Im weiteren Verlauf sind dann am Eingang regelmäßig zahlreiche ein- und ausfliegende Bienen zu sehen. – hier geht es weiter bei Honigbienen
  • Bei den Wespen hingegen zieht im Frühjahr nur eine Königin ein und fängt dann alleine an das Nest zu bauen und Nachkommen großzuziehen. Ein solches Nest bleibt oftmals wochenlang unbemerkt, da es sich langsam entwickelt. – hier geht es weiter bei Wespen
  • Auch Wildbienen beziehen ihre Nisthöhle im Frühjahr als Einzelgänger (ganz unter­schiedliche Formen). – hier geht es weiter bei Wildbienen

Wie geht es nun weiter?

Ihre Entscheidung fällt auf Honigbiene

Handelt es sich um einen frei hängenden Schwarm – Hier finden Sie Telefonnummern von Stadtimkern, die Bienen retten und Schwärme einsammeln möchten.

Sind die Bienen bereits in eine Höhle eingezogen oder gerade dabei einzuziehen? – Hier finden Sie Telefonnummern von Stadtimkern, die Bienen und verwandte Tiere beobachten und Sie beraten möchten.

Ihre Entscheidung fällt auf Wespe

Wespen spielen eine wichtige Rolle im komplexen Zusammenspiel der Natur und sind daher auf jeden Fall schützenswert. Uns ist daran gelegen die Wespen und deren Nester zu erhalten. Wir entfernen daher keine Nester, töten diese Tiere nicht und geben auch keinerlei Ratschläge diesbezüglich. Je nach Situation können wir allerdings mit verschiedenen Hinweisen (eigene Verhaltensweise, Insektengitter, Umlenkung von Ein- und Ausflug und weitere Tipps) unterstützen.

Sonderfall Hornissen – diese sind gesetzlich besonders geschützt. Nester und Insekten dürfen nicht gestört oder entfernt werden. Am Besten kontaktiert man die Münchner Feuerwache 6 in Pasing. Von Fall zu Fall wird dann entschieden und entsprechende Maßnahmen werden vor­genommen (z.B. Absperrmaßnahmen, Umsiedlung). Sie können auch versuchen einen Kammer­jäger zu kontaktieren. Alle uns bekannten Kammerjäger sind mit den gesetzlichen Regelungen vertraut und handeln entsprechend.

Wespe ist nicht gleich Wespe.

Die wichtigsten Merkmale:

  • Nur zwei Wespenarten besuchen uns am Tisch und ärgern uns damit. Die anderen ernähren sich ausschließlich von Insekten und haben damit eine wichtige Funktion in der Natur.
  • Es gibt kurzlebige (bis ca. August) und langlebige (bis ca. Oktober) Wespenarten. Die Nester der kurzlebigen Wespen sind also schon wieder leer wenn der Sommer richtig beginnt.
  • Manche Nester werden nur so groß wie ein Tennisball (Feldwespen), andere kommen gut auf Medizinballgröße.
  • Manche Wespenarten bauen Nester immer in dunklen Höhlen, andere offen hängende Nester. Letztere sind die harmloseren, aber leider fast immer die Leidtragenden, da deren Nester früher bemerkt und oft entfernt werden.

Stellen Sie sich vor einem Anruf bitte folgende Fragen und unterstützen Sie uns dabei, Ihnen schnell weiterhelfen zu können:

  • Wie viele Insekten sind innerhalb von 10 Sekunden am Flugloch zu sehen (1, ca. 10, über 20)?
  • Fliegen alle Insekten in das gleiche Loch oder in verschiedene?
  • Wenn ein Nest zu sehen ist, welche Größe (Tennisball/Fußball), Form und Farbe?
  • Wo befindet sich das Nest vermutlich (Rolladenkasten, Dachbalken, Boden, Hecke usw.)?


Weitere Informationen und Kontakte bei der Stadt München und der Feuerwehr finden Sie hier:

Je nach Situation und Wespenart kann ein ausgebildeter Wespen- und Hornis­senfachberater Sie zu möglichen Maßnahmen beraten. Sebastian R. 0157 74 72 30 27

Ihre Entscheidung fällt auf Wildbiene

Alle Wildbienen sind gesetzlich besonders geschützt. Nester und Insekten dürfen weder gestört noch entfernt werden.

Wir setzen uns dafür ein, Wildbienen immer zu belassen. Sie sind eine ungefährliche Möglichkeit zur Naturbeobachtung für Groß und Klein. Jeder Mensch wird in seinem Leben auf verschiedenste Insekten stoßen. Ein möglichst früher und nicht von Angst geprägter Kontakt hilft Kindern später beim Umgang mit diesen wertvollen Insekten. Wildbienen sind sehr friedfertig, da sie keine Vorräte zu verteidigen haben. Viele Wildbienen haben einen derart zarten Stachel, dass sie nicht mal in die Haut des Menschen stechen können.

Eine Wildbienenberatung bieten wir leider in 2019 nicht mehr an. Unsere Spezialisten hatten fast nur die Anrufe der Art „Kammerjäger gegen Wespen gesucht“.

Das Schwarmtelefon der Stadtimker

Wir versuchen einen Stadtimker zu finden, der den Bienenschwarm fängt und sich um ein neues Zuhause kümmert. Falls das nicht möglich ist, werden wir Ihnen zeitnah Rückmeldung geben und mit Ihnen weiteres Vorgehen durchsprechen.

Folgende Informationen benötigen wir von Ihnen, um schnell mit der richtigen Ausrüstung und geeigneten Hilfsmitteln ausrücken zu können:

  • Ansprechpartner, Vorwahl und Telefonnummer
  • Adresse und kurze Beschreibung der Lokation
  • Ist der Bienenschwarm öffentlich zugänglich?
  • Wann wurde der Schwarm gesichtet (vor 2 oder 12 Stunden, gestern)?
  • Angabe von Ort und Höhe (z.B. am Baum in ca. 6 Meter Höhe, an einem Gebäude, folgendermaßen erreichbar, …)
  • Wurden bereits andere Stellen oder die Feuerwehr informiert?

Bitte vor dem Anruf die Bilder und Informationen anschauen, um zu entscheiden, ob es sich tatsächlich um einen Bienenschwarm handelt. Falls es um das Thema Wespen geht, finden Sie weiter oben Kontaktinformationen bei der Stadt München und der Feuerwehr.


München Nord
Martin V. 0179 66 43 54 3
Axel Z. 0175 74 12 44 5
München Ost
Felix R. 0177 45 45 59 4
München Süd
Sebastian R. 0157 74 72 30 27
Andreas B. 0179 49 28 13 5 (Mo – Fr)
München West
Daniel S. 0157 57 40 00 33
Carmen G. 0152-34 12 11 10
Roland P. 0171-35 34 33 2
Maja H. 0157 77 81 52 39 (Mo – Fr, So)

­Bienenbeobachtung / Beespotting der Stadtimker

Wir wollen auf sich gestellte Bienenvölker beobachten und dokumentieren, die ohne Hilfe des Menschen überleben müssen. Zum Beispiel, wenn sie sich ein unzugängliches zuhause gesucht haben. Hierzu gibt es nun auch eine eigen Webseite – genannt BEEtrees – auf der Sie auch selbstständig Beobachtungen melden können! Aber rufen Sie uns gerne auch an, wenn Sie in dieser Hinsicht Beratung bzw. Unterstützung benötigen.

Felix R. 0177 45 45 59 4
Sebastian R. 0157 74 72 30 27

BEEtree Monitor – Honigbienen mit Baum ohne Imker

Gibt es wild lebende Honigbienen-Völker, die dauerhaft ohne das Zutun von Imkern überleben? Wenn ja, was können wir von diesen Völkern lernen? Was lebt sonst noch in dieser Baumhöhle und in welcher Beziehung steht es zu den Bienen?

Um diesen spannenden Fragestellungen nachzugehen muss erstmal das Wissen über die Vorkommen von diesen Völkern oder Nisthöhlen gebündelt werden. Das ist keine Arbeit, die einzelne Forscher leisten können. Hierzu müssen ganz viele neugierige Menschen Ihre Beobachtungen zusammentragen.

Um das zu ermöglichen hat Sebastian die Seite beetrees.org ins Leben gerufen:
hier findet Ihr weiterführende Infos, wir ihr Bienen zu ihrem Zuhause folgen könnt. Wart ihr erfolgreich oder habt ihr eine zufällige Beobachtung gemacht, könnt ihr das dort eintragen.

Felix und Sebastian, die Bienen“verfolger“ unter uns, sind zuversichtlich, dass es in München und Umgebung mehr als die 20 ihnen bekannten Bienenbäume geben muss. Euer Forschergeist ist gefragt! Gerne stellen sie das Thema auch bei euch im Verein/Netzwerk/Interessensgruppe vor.

 

Wespe ist nicht gleich Wespe

Beim Thema Wespen hat fast jeder Mensch eine unangenehme Assoziation im Zusammenhang mit Grillfest oder Brunch im Garten. Das muss aber nicht sein und wir hoffen Sie mit nachfolgender Beschreibung und Bildern für einen Blick auf unsere Wespen gewinnen zu können.

Die weit verbreitete und vom Esstisch leider mit schlechten Manieren bekannten Wespen haben aber auch direkte Verwandte. Sie sehen ihnen zum Verwechseln ähnlich, sind aber überhaupt nicht an unserem Essen oder Getränken interessiert. Auch haben Sie deutlich kleinere Nester, die mit einem kurzen Lebenszyklus bereits Anfang September ihr natürliches Ende nehmen.

Die Unterscheidung der verschiedenen Wespenarten ist anhand eines Insekts oder Bildes nur selten möglich. Bei der Bestimmung kommt es vielmehr auf mehrere Aspekte an. So spielt der Nistplatz eine große Rolle. Sogenannte „Dunkelbrüter“ bauen ihre Nester immer in einem schwer einsehbaren Hohlraum. Nur ein- und ausfliegende Wespen sind zu sehen, das Nest selbst bleibt im Verborgenen. Die „Hellbrüter“ hingegen bauen ihre Nester in den meisten Fällen an sichtbaren Orten und werden daher oft eher von Menschen gefunden. Gerade diese offensichtlichen Nester gehören zu Wespenarten, die sich eben überhaupt nicht für uns Menschen interessieren. Stellen Sie nur sicher, dass das Nest nicht direkt oder durch Erschütterungen gestört wird (z.B. Gartenhütte durch öffnen/schließen der Türe), dann kann solch ein Nest problemlos auch im direkten Umfeld geduldet werden.

Für alle Wespenarten und die besonders geschützte Hornisse gilt: Sie fangen andere Insekten, um damit ihre Brut zu füttern und sind damit ein ganz wichtiger Regulator im Naturhaushalt. Ein (harmloses) Wespennest im eigenen Garten dämmt beispielsweise das Aufkommen von Stechmücken ein und sollte daher ein willkommener Gast sein.

Kreuzt der Ein- und Ausflug der Wespen am Nest direkt unsere Wege, z.B. an einem Gartenweg, so besteht oftmals die Möglichkeit den Flugverkehr durch kleine bauliche Maßnahmen umzuleiten. Die Wespen gewöhnen sich innerhalb weniger Tage an die neu vorgegebene Flugroute und der Konflikt ist gebannt.

In Einzelfällen kann auch eine Umsiedlung des Nestes notwendig werden. Beispielsweise am Klettergerüst eines Spielplatzes, wo durch erhöhte menschliche Aktivität das Konfliktpotential mit einem Wespennest sehr groß ist. Nachfolgend zeigen wir Ihnen wie solch eine Umsiedlung von ausgebildeten Wespen- und Hornissenfachberatern durchgeführt werden kann. Jede Situation ist anders und die hohe Kunst ist entsprechend zu improvisieren, um das Nest sicher und unbeschadet an einen neuen Ort überführen zu können.

Unser Kurzbericht zeigt am Beispiel Sächsischer Wespen anschaulich, was bei einer solchen Umsiedlung vor sich geht.