BEEtree Monitor – Honigbienen mit Baum ohne Imker

Gibt es wild lebende Honigbienen-Völker, die dauerhaft ohne das Zutun von Imkern überleben? Wenn ja, was können wir von diesen Völkern lernen? Was lebt sonst noch in dieser Baumhöhle und in welcher Beziehung steht es zu den Bienen?

Um diesen spannenden Fragestellungen nachzugehen muss erstmal das Wissen über die Vorkommen von diesen Völkern oder Nisthöhlen gebündelt werden. Das ist keine Arbeit, die einzelne Forscher leisten können. Hierzu müssen ganz viele neugierige Menschen Ihre Beobachtungen zusammentragen.

Um das zu ermöglichen hat Sebastian die Seite beetrees.org ins Leben gerufen:
hier findet Ihr weiterführende Infos, wir ihr Bienen zu ihrem Zuhause folgen könnt. Wart ihr erfolgreich oder habt ihr eine zufällige Beobachtung gemacht, könnt ihr das dort eintragen.

Felix und Sebastian, die Bienen“verfolger“ unter uns, sind zuversichtlich, dass es in München und Umgebung mehr als die 20 ihnen bekannten Bienenbäume geben muss. Euer Forschergeist ist gefragt! Gerne stellen sie das Thema auch bei euch im Verein/Netzwerk/Interessensgruppe vor.

 

Wespe ist nicht gleich Wespe

Beim Thema Wespen hat fast jeder Mensch eine unangenehme Assoziation im Zusammenhang mit Grillfest oder Brunch im Garten. Das muss aber nicht sein und wir hoffen Sie mit nachfolgender Beschreibung und Bildern für einen Blick auf unsere Wespen gewinnen zu können.

Die weit verbreitete und vom Esstisch leider mit schlechten Manieren bekannten Wespen haben aber auch direkte Verwandte. Sie sehen ihnen zum Verwechseln ähnlich, sind aber überhaupt nicht an unserem Essen oder Getränken interessiert. Auch haben Sie deutlich kleinere Nester, die mit einem kurzen Lebenszyklus bereits Anfang September ihr natürliches Ende nehmen.

Die Unterscheidung der verschiedenen Wespenarten ist anhand eines Insekts oder Bildes nur selten möglich. Bei der Bestimmung kommt es vielmehr auf mehrere Aspekte an. So spielt der Nistplatz eine große Rolle. Sogenannte „Dunkelbrüter“ bauen ihre Nester immer in einem schwer einsehbaren Hohlraum. Nur ein- und ausfliegende Wespen sind zu sehen, das Nest selbst bleibt im Verborgenen. Die „Hellbrüter“ hingegen bauen ihre Nester in den meisten Fällen an sichtbaren Orten und werden daher oft eher von Menschen gefunden. Gerade diese offensichtlichen Nester gehören zu Wespenarten, die sich eben überhaupt nicht für uns Menschen interessieren. Stellen Sie nur sicher, dass das Nest nicht direkt oder durch Erschütterungen gestört wird (z.B. Gartenhütte durch öffnen/schließen der Türe), dann kann solch ein Nest problemlos auch im direkten Umfeld geduldet werden.

Für alle Wespenarten und die besonders geschützte Hornisse gilt: Sie fangen andere Insekten, um damit ihre Brut zu füttern und sind damit ein ganz wichtiger Regulator im Naturhaushalt. Ein (harmloses) Wespennest im eigenen Garten dämmt beispielsweise das Aufkommen von Stechmücken ein und sollte daher ein willkommener Gast sein.

Kreuzt der Ein- und Ausflug der Wespen am Nest direkt unsere Wege, z.B. an einem Gartenweg, so besteht oftmals die Möglichkeit den Flugverkehr durch kleine bauliche Maßnahmen umzuleiten. Die Wespen gewöhnen sich innerhalb weniger Tage an die neu vorgegebene Flugroute und der Konflikt ist gebannt.

In Einzelfällen kann auch eine Umsiedlung des Nestes notwendig werden. Beispielsweise am Klettergerüst eines Spielplatzes, wo durch erhöhte menschliche Aktivität das Konfliktpotential mit einem Wespennest sehr groß ist. Nachfolgend zeigen wir Ihnen wie solch eine Umsiedlung von ausgebildeten Wespen- und Hornissenfachberatern durchgeführt werden kann. Jede Situation ist anders und die hohe Kunst ist entsprechend zu improvisieren, um das Nest sicher und unbeschadet an einen neuen Ort überführen zu können.

Unser Kurzbericht zeigt am Beispiel Sächsischer Wespen anschaulich, was bei einer solchen Umsiedlung vor sich geht.

Bienenschwarm / Wildbienen / Wespen – unsere Hotlines für München

Liebe MünchnerInnen,

Möglicherweise hat Sie ein umherfliegendes Insekt auf diese Seite klicken lassen, vielleicht auch eine ganze Horde.

Hier sind Sie richtig!

Wir Stadtimker möchten Sie dabei unterstützen, Bienen, Wespen und verwandte Insekten am Leben zu erhalten, sinnvoll mit den Tieren umzugehen und eine gute Lösung für Ihr Anliegen zu finden.

Bevor Sie zum Telefon greifen, lesen Sie bitte die folgenden Hinweise.

Wenn Sie eine frei hängende Schwarmtraube gefunden haben, handelt es sich sicher um Honigbienen. Nur diese bilden die typischen Schwärme. Interessierte finden bei uns eine kleine Einleitung zum Schwarmverhalten oder weitere Infos bei wikipedia.

Hier kommen Sie zu den Schwarmfang-Telefonnummern, wenn Sie sich ganz sicher sind eine frei hängende Schwarmtraube gesichtet zu haben.

Um Sie in allen anderen Fällen beraten und Ihnen weiterhelfen zu können, ist es wichtig herauszufinden, um welche Insekten es sich handelt. Sind es Bienen oder Wespen? Sind es Honigbienen oder Wildbienen?

Um welches Insekt handelt es sich – Wie geht man am besten vor?

Eine ruhig sitzende oder krabbelnde einzelne Biene oder Wespe kann man gut beobachten und nach Möglichkeit auch fotografieren. Bei herumfliegenden Insekten ist es für ungeübte Beobachter schwerer zu erkennen, um was für ein Tier es sich handelt.

Unser Tipp: Halten Sie vorsichtig auf dem Boden im Umkreis von ein bis zwei Metern um den Nesteingang herum Ausschau nach einem toten Exemplar! Entweder mit einem Fernglas oder aber mit langsamen und ruhigen Bewegungen um das Nest herum agieren. Mit dem Fernglas kann auch der Nesteingang beobachtet werden, wo die Insekten zur Landung langsamer werden.
Meist geht es um die Frage: Sind es Bienen oder Wespen. Auf den folgenden Bildern kann man die Unterschiede zwischen Bienen und Wespen recht gut erkennen. Dabei kommt es weniger auf die Größe an. Es gibt große und kleine Wespen und es gibt große und kleine Bienen. Farbe und Gestalt sind wichtiger.

Honigbienen
Honigbiene

Honigbienen sind braun bis schwarz, teilweise mit orangen Bändern um den Hinterleib. Meist haben sie einen pelzigen Oberkörper. –  hier geht es weiter bei Honigbienen

 

 

Wespe
Wespe

Wespen sind signalgelb mit schwarzen Mustern. Sie haben einen glatten Oberkörper und keine erkennbare Behaarung. –  hier geht es weiter bei Wespen

 

 

Wildbienen gibt es viele verschiedene, Aussehen und Größe sind daher nicht einheitlich (Verschiedene Bilder und Beschreibungen von Wildbienenarten finden Sie hier). Da die meisten als Einzelgänger leben, ist die Unter­scheidung gelegentlich anhand der Anzahl der Insekten am Nest möglich. Hummeln zählen auch zu den Wildbienen und sind aufgrund ihrer Behaa­rung und Körperform oft gut zu erkennen . – hier geht es weiter bei Wildbienen

Neben Form und Gestalt hilft bei der Unterscheidung:

  • Honigbienen ziehen als Schwarm in eine neue Behausung ein. In einer belebten Stadt geschieht das oft nicht ohne Beobachter. Mehrere tausend Honigbienen sammeln sich dann an einem Ort um in die neue Nisthöhle einzuziehen. Im weiteren Verlauf sind dann am Eingang regelmäßig zahlreiche ein- und ausfliegende Bienen zu sehen. –  hier geht es weiter bei Honigbienen
  • Bei den Wespen hingegen zieht im Frühjahr nur eine Königin ein und fängt dann alleine an das Nest zu bauen und Nachkommen großzuziehen. Ein solches Nest bleibt oftmals wochenlang unbemerkt, da es sich langsam entwickelt.  –  hier geht es weiter bei Wespen
  • Auch Wildbienen beziehen ihre Nisthöhle im Frühjahr als Einzelgänger (ganz unter­schiedliche Formen). – hier geht es weiter bei Wildbienen

Wie geht es nun weiter?

Ihre Entscheidung fällt auf Honigbiene

Handelt es sich um einen frei hängenden Schwarm  –  Hier finden Sie Telefonnummern von Stadtimkern, die Bienen retten und Schwärme einsammeln möchten.

Sind die Bienen bereits in eine Höhle eingezogen oder gerade dabei einzuziehen?  –  Hier finden Sie Telefonnummern von Stadtimkern, die Bienen und verwandte Tiere beobachten und Sie beraten möchten.

Ihre Entscheidung fällt auf Wespe

Wespen spielen eine wichtige Rolle im komplexen Zusammenspiel der Natur und sind daher auf jeden Fall schützenswert. Uns ist daran gelegen die Wespen und deren Nester zu erhalten. Wir entfernen daher keine Nester, töten diese Tiere nicht und geben auch keinerlei Ratschläge diesbezüglich. Je nach Situation können wir allerdings mit verschiedenen Hinweisen (eigene Verhaltensweise, Insektengitter, Umlenkung von Ein- und Ausflug und weitere Tipps) unterstützen oder gar eine Umsiedlung vornehmen.

Sonderfall Hornissen – diese sind gesetzlich besonders geschützt. Nester und Insekten dürfen nicht gestört oder entfernt werden. Am Besten kontaktiert man die Münchner Feuerwache 6 in Pasing. Von Fall zu Fall wird dann entschieden und entsprechende Maßnahmen werden vor­genommen (z.B. Absperrmaßnahmen, Umsiedlung). Sie können auch versuchen einen Kammer­jäger zu kontaktieren. Alle uns bekannten Kammerjäger sind mit den gesetzlichen Regelungen vertraut und handeln entsprechend.

Wespe ist nicht gleich Wespe.

Die wichtigsten Merkmale:

  • Nur zwei Wespenarten besuchen uns am Tisch und ärgern uns damit. Die anderen ernähren sich ausschließlich von Insekten und haben damit eine wichtige Funktion in der Natur.
  • Es gibt kurzlebige (bis ca. August) und langlebige (bis ca. Oktober) Wespenarten. Die Nester der kurzlebigen Wespen sind also schon wieder leer wenn der Sommer richtig beginnt.
  • Manche Nester werden nur so groß wie ein Tennisball (Feldwespen), andere kommen gut auf Medizinballgröße.
  • Manche Wespenarten bauen Nester immer in dunklen Höhlen, andere offen hängende Nester. Letztere sind die harmloseren, aber leider fast immer die Leidtragenden, da deren Nester früher bemerkt und oft entfernt werden.

Stellen Sie sich vor einem Anruf bitte folgende Fragen und unterstützen Sie uns dabei, Ihnen schnell weiterhelfen zu können:

  • Wie viele Insekten sind innerhalb von 10 Sekunden am Flugloch zu sehen (1, ca. 10, über 20)?
  • Fliegen alle Insekten in das gleiche Loch oder in verschiedene?
  • Wenn ein Nest zu sehen ist, welche Größe (Tennisball/Fußball), Form und Farbe?
  • Wo befindet sich das Nest vermutlich (Rolladenkasten, Dachbalken, Boden, Hecke usw.)?

Aktuell haben wir sehr viele Anrufe wegen Wespen und können diese ehrenamtlich nicht mehr alle abarbeiten. Weitere Informationen und Kontakte bei der Stadt München und der Feuerwehr finden Sie hier:

Ihre Entscheidung fällt auf Wildbiene

Alle Wildbienen sind gesetzlich besonders geschützt. Nester und Insekten dürfen weder gestört noch entfernt werden.

Wir setzen uns dafür ein, Wildbienen immer zu belassen. Sie sind eine ungefährliche Möglichkeit zur Naturbeobachtung für Groß und Klein. Jeder Mensch wird in seinem Leben auf verschiedenste Insekten stoßen. Ein möglichst früher und nicht von Angst geprägter Kontakt hilft Kindern später beim Umgang mit diesen wertvollen Insekten. Wildbienen sind sehr friedfertig, da sie keine Vorräte zu verteidigen haben. Viele Wildbienen haben einen derart zarten Stachel, dass sie nicht mal in die Haut des Menschen stechen können.

Wir beraten Sie sehr gerne, wenn Sie Fragen zu Wildbienen haben.

Martin L.    0151 56 50 33 58
Julia W.    julia (bei) o – pflanzt – is (punkt) de

Das Schwarmtelefon der Stadtimker

Wir versuchen einen Stadtimker zu finden, der den Bienenschwarm fängt und sich um ein neues Zuhause kümmert. Falls das nicht möglich ist, werden wir Ihnen zeitnah Rückmeldung geben und mit Ihnen weiteres Vorgehen durchsprechen.

Folgende Informationen benötigen wir von Ihnen, um schnell mit der richtigen Ausrüstung und geeigneten Hilfsmitteln ausrücken zu können:

  • Ansprechpartner, Vorwahl und Telefonnummer
  • Adresse und kurze Beschreibung der Lokation
  • Ist der Bienenschwarm öffentlich zugänglich?
  • Wann wurde der Schwarm gesichtet (vor 2 oder 12 Stunden, gestern)?
  • Angabe von Ort und Höhe (z.B. am Baum in ca. 6 Meter Höhe, an einem Gebäude, folgendermaßen erreichbar, …)
  • Wurden bereits andere Stellen oder die Feuerwehr informiert?

Bitte vor dem Anruf die Bilder und Informationen anschauen, um zu entscheiden, ob es sich tatsächlich um einen Bienenschwarm handelt. Falls es um das Thema Wespen geht, finden Sie weiter oben Kontaktinformationen bei der Stadt München und der Feuerwehr.

Die Schwarmzeit ist vorbei, hier finden Sie im nächsten Jahr wieder die Nummern unserer Ansprechpartner.

­Bienenbeobachtung / Beespotting der Stadtimker

Wir wollen auf sich gestellte Bienenvölker beobachten und dokumentieren, die ohne Hilfe des Menschen überleben müssen. Zum Beispiel, wenn sie sich ein unzugängliches zuhause gesucht haben. Hierzu gibt es nun auch eine eigen Webseite – genannt BEEtrees – auf der Sie auch selbstständig Beobachtungen melden können! Aber rufen Sie uns gerne auch an, wenn Sie in dieser Hinsicht Beratung bzw. Unterstützung benötigen.

Felix R. 0177 45 45 59 4
Sebastian R. 0157 74 72 30 27

Neues aus dem Netzwerk

  • Varroa Sensitive Hygiene als Zuchtkriterium – Stadtimker beim Mikroskopieren
  • Schwarm-, Wildbienen-, Wespen-Telefon – eine (Zwischen-)Bilanz für 2017.
  • Nützlinge im Bienenstock – warum fühlen sie sich in unseren Kästen nicht wohl?
  • Ernte 2017 – große Honigvielfalt.

Von Varroa Sensitiver Hygiene spricht der Imker, wenn die Honigbienen mit der Varroa-Milbe befallene geschlossene Bienen-Brutzellen riechen können und diese ausräumen. Man geht davon aus, dass dies vererbbar ist. Die Zucht dahingehend ist allerdings aufwendig und fehleranfällig: exemplarisch genannt seien die künstliche Besamung der Königin mit Sperma einer einzelnen Drohne, Zuchtvölker mit Milben erfolgreich infizieren, Untersuchung der Brutzellen auf Milbenbefall: Letzteres hatte der bayerische Landesverband der Buckfastzüchter zusammen mit der Arista Bee Research Stiftung am ersten August-Wochenende in einer konzertierten Aktion mit Münchner Stadtimker-Beteiligung durchgeführt. Die Ergebnisse vom Pilot-Projekt im letzten Jahr gibt’s hier. Eine Einführung zum Thema von Paul Jungels gibt’s hier.

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